Unser letzter Wochenendausflug, den wir eigentlich gerne losgeworden wären, war tatsächlich recht nett, wenn auch teilweise etwas ... mühsam. Nachdem wir am Samstag von sechs Uhr morgens bis ein Uhr nachmittags ausschließlich in der nordwalisischen Gegend herumgekurvt sind und nur bei diversen Toiletten angehalten haben, damit sich wieder jemand übergeben konnte, kamen wir dann endlich am Fuße (oder zumindest irgendwo in der Nähe) des Snowdons an, den wir laut Yasin, dem Reiseleiter, erklimmen wollten. Der 6. Dezember ist schon nicht der beste Tag zum Wandern, und wenn es dann auch schon nach ein Uhr ist und die Wanderung insgesamt etwa fünf Stunden dauern sollte, ist die Ausgangsposition tatsächlich suboptimal. Dann kam noch hinzu, dass uns bei der Anmeldung niemand gesagt hat, dass es sich nicht um eine Wanderung, sondern eine Klettertour handelte. Ich besitze natürlich weder Wanderschuhe noch sonstiges Zubehör, das Wandersleute gerne mit sich herumtragen und für eine Route wie diese war ich nicht nur unprofessionell, sondern ganz und gar fehlgekleidet. Was sich spätestens in dem Moment bemerkbar machte, als ich schon leicht genervt diese Steinblöcke hochkletterte und uns die ersten Wanderer entgegenkamen, die Schneestöcke und diese Zacken, die man an den Schuhen befestigt, an ihren professionellen Rucksäcken baumeln hatten und mich regelmäßig leicht entgeistert ansahen. Einer blieb auch stehen, musterte mich von Kopf bis Fuß und sagte schließlich lächelnd: You've come prepared, eh? Ich muss aber auch einen dämlichen Anblick abgegeben haben in meinem schwarzen Mantel und meinen Winterstiefeln! Aber wie gesagt, niemand hat uns gewarnt und ich bin davon ausgegangen, dass der Pfad auf den Snowdon ein gemäßigter Wanderweg sei. Also sind Teresa und ich irgendwann umgekehrt und haben in der Talstation, die den Charme einer drittklassigen Jugendherberge hatte (ich sage nur Plastikbecher und Pappteller), Kaffee getrunken und üppigen Cheesecake gegessen. Als auch die restlichen Kletterer zurück waren, fuhren wir nach Bangor, wo wir etwa fünf Minuten auf dem Pier herumwanderten, bevor wir uns etwas zum Abendessen suchten. Was ich auch liebe an diesen Wochenendausflügen ist die ewige Hinein- und Hinauskletterei aus dem Minibus. Geschlafen haben wir dann in Caernarfon in der schönsten Jugendherberge, die ich je gesehen habe und wohl auch je gesehen haben werde. Ich habe geschlafen wie ein Baby! Am Sonntag haben wir uns die Burg in Caernarfon angesehen und sind danach nach Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch gefahren, wo wir eigentlich nur die Ortsschilder fotografiert haben. Nachdem wir noch ein wenig in Betws-y-Coed gewandert sind, haben wir uns dann auf den Heimweg nach Leicester gemacht.
Montag, 8. Dezember 2008
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